Kosmetologie (von dem griechischen ‘kosmein’, dt. schmücken) bezeichnet die “Lehre von der Herstellung, Lagerung und Anwendung kosmetischer Produkte” (Bährle-Rapp, 2007, 305).
Durch die Kultusministerkonferenz wurde die Berufliche Fachrichtung (Verlinkung) Gesundheit und Körperpflege definiert (vgl. KMK, 2018). Die begrifflich affinen Beruflichen Fachrichtungen (Verlinkung) innerhalb der verschiedenen Bundesländer können Gesundheit und Pflege, Gesundheitswissenschaft, Gesundheits- und Pflegewissenschaft, Körperpflege, Biotechnologie, Biotechnik oder Kosmetologie heißen (vgl. Pahl, 2010, 250). Obgleich durch die KMK-Beschlüsse die Beruflichen Fachrichtungen ‘Gesundheit’ und ‘Körperpflege’ ein Berufsfeld und eine Fachdidaktik bilden, “werden die beiden Fachprofile bzw. die zugeordneten Fachkompetenzen und die Studieninhalte zur ‘Gesundheit’ und zur ‘Körperpflege’ weiterhin […] separat ausgewiesen” (Bonse-Rohmann, 2018, 110f.).
Die Fachrichtung Kosmetologie behandelt als ihren Gegenstand spezifisch kosmetische Produkte, welche für Körper- und Schönheitspflege verwendet werden. Diese können dekorativ schmückend sein (z.B. Lippenstift, Rouge), pflegend (Hautreinigung, Hautschutz, Gesichtsmassagen) oder medizinisch (“Ästhetische Medizin und kosmetische Chirurgie, angewandt z. B. zur Beseitigung von Schönheitsfehlern, Missbildungen, Narben und Alterserscheinungen”) (Bährle-Rapp, 2007, 305).
Kosmetologie-Programme sollen auf den aktuellen Rahmenlehrplan für die Ausbildungsberufe ‘Friseur/-in’ und ‘Kosmetiker/-in’ ausgerichtet sein (vgl. Pahl, 2010, 550; KMK, 2008; KMK, 2001). Die Bachelor-Abschlüsse für Kosmetologie können dabei über unterschiedliche Schwerpunktsetzungen bezugs- und erziehungswissenschaftlicher Ausrichtung verfügen. Die Universität Osnabrück vergibt für die Berufliche Fachrichtung ‘Kosmetologie’ einen Bachelor of Arts, der Studiengang ‘Kosmetikwissenschaft’ an der Universität Hamburg wird mit einem Bachelor of Science verzeichnet, an der TU Darmstadt wird der gewerblich-technische Bachelor of Education ‘Körperpflege’ unterrichtet und an der Universität Erfurt ebenfalls ‘Körperpflege’ im Master of Education Berufsbildende Schulen (vgl. Pahl, 2010, 544).
Ein Studium in der Fachrichtung Kosmetologie besteht aus fachwissenschaftlichen, fachdidaktischen und erziehungswissenschaftlichen Anteilen. Bei den Fachwissenschaften handelt es sich um Wissensvermittlung in u.a. Bereichen der Chemie, Biologie und Medizin (insbesondere Dermatologie, Humanbiologie und Anatomie). Zu weiteren potentiellen Bezugsdisziplinen gehören Soziologie, Kunstgeschichte und Psychologie.
Der Studiengang Kosmetologie in Osnabrück orientiert sich konsequent an den Standards der KMK:
“d.h. einer zweiphasigen Lehrer:innenausbildung, wobei sich die erste universitäre Phase in ein viersemestriges Grundstudium und ein viersemestriges Hauptstudium zuzüglich eines neunten Prüfungssemesters gliedert; das Studium erstreckt sich auf die drei Bereiche Berufs- und Wirtschaftspädagogik, berufliche Fachrichtung und Unterrichtsfach” (Manstetten, 2005, 99).
Die Nachfrage nach Studienplätzen und insbesondere nach Absolvent:innen der Fachrichtung Kosmetologie zeigt eine steigende Tendenz. Der Studiengang leiste zudem einen “wesentlichen Beitrag zur ‘Normalisierung’ der Lehrerausbildung in einem frauenspezifischen Tätigkeitsfeld”, das bislang immer noch durch Sonderregelungen gekennzeichnet sei (Manstetten, 2005, 104).
Bährle-Rapp, M. (2007). Kosmetologie. Springer Lexikon Kosmetik und Körperpflege. Abgerufen unter https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-540-71095-0_5698 am 06.02.2023.
Bonse-Rohmann, M. (2018). Herausforderungen und Perspektiven beruflicher und hochschulischer Bildung für das Berufsfeld Gesundheit und Körperpflege. In: Friese, M. et al.: Reformprojekt Care Work: Professionalisierung der beruflichen und akademischen Ausbildung (Berufsbildung, Arbeit und Innovation). wbv Publikation.
Kultusministerkonferenz (KMK) (2001). RAHMENLEHRPLAN für den Ausbildungsberuf Kosmetiker/Kosmetikerin. Beschluss vom 14.12.2001. Abgerufen von https://www.kmk.org/fileadmin/pdf/Bildung/BeruflicheBildung/rlp/kosmetiker.pdf am 06.02.2023.
Kultusministerkonferenz (KMK) (2008). RAHMENLEHRPLAN für den Ausbildungsberuf Friseur/Friseurin. Beschluss vom 10.04.2008 i. d. F. vom 10.06.2022. Abgerufen von https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/Bildung/BeruflicheBildung/rlp/Friseur08-04-11-i-d-F-22-06-10.pdf am 06.02.2023.
Kultusministerkonferenz (KMK) (2018). Rahmenvereinbarung über die Ausbildung und Prüfung für ein Lehramt der Sekundarstufe II (berufliche Fächer) oder für die beruflichen Schulen (Lehramtstyp 5).Beschluss vom 12.05.1995 i. d. F. vom 13.09.2018. Abgerufen von https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/veroeffentlichungen_beschluesse/1995/1995_05_12-RV-Lehramtstyp-5.pdf am 06.02.2023.
Manstetten, R. (2005). Entwicklung, Struktur und Probleme der Lehrerausbildung für berufsbildenden Schulen an der Universität Osnabrück. In: Fiegert, M. & Kunze, I. (Hsrg.). Zwischen Lehrerbildung und Lehrerausbildung: Texte zur Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Lehrerbildung in Osnabrück. Lit.
Pahl, J.‑P. (Hrsg.). (2010). Handbuch berufliche Fachrichtungen. Bielefeld: WBV.
Heisler, D. (2017) Integration durch Bildung und Beruf: Strukturwandel und berufliche Mobilität in der Körperpflege. Aktuelle Herausforderungen des Berufsfeldes „Körperpflege“. 19. Hochschultage Berufliche Bildung an der Universität zu Köln. Abgerufen von https://www.berufsbildung.nrw.de/cms/upload/hochschultage-bk/2017beitraege/FT_12_Editorial_Krperpflege_Heisler.pdf am 06.02.2023.