Performanz

Kurzdefinition

Performanz stellt im Gegensatz zur Kompetenz (= Disposition) die tatsächlich erbrachte Leistung dar. Performanz ist – anders als Kompetenz – grundsätzlich beobachtbar und spielt daher eine wesentliche Rolle bei der Leistungsmessung.“ (SchuCu-BBS, 2019, 11)

Beschreibung

Der Begriff der Performanz lässt sich auf Chomskys Definition innerhalb seiner linguistischen Theorie (1965) zurückführen. Performanz wird als beobachtbares Handeln und Verhalten von der Kompetenz als persönliches Potential unterschieden. Demnach ist eine direkte Messung bzw. Feststellung einer Kompetenz nicht möglich. Stattdessen gilt es, Performanzfelder einer nachhaltigen Entwicklung zu bestimmen. Auf Basis dieser Bestimmungen können Kompetenzanforderungen und -entwicklungsangebote interpretativ abgeleitet werden (vgl. Klemisch et al., 2008, 113; Schlömer, 2009, 15 ff.).

Abb. Oberflächen und Tiefenstruktur (entnommen aus Meyer, 2007, 147)

Mit Blick auf die Abbildung (Oberflächen- und Tiefenstruktur) nach Meyer (2007) wird deutlich, dass Performanz und Kompetenz sich unmittelbar bedingen. Die Kompetenz, als Tiefenstruktur, befindet sich unsichtbar und als Gegenstand theoretischer Modellbildungen unterhalb der beobachtbaren Oberfläche. Die Performanz, als Oberflächenstruktur, hingegen ist sichtbar und mithilfe von Testaufgaben messbar (vgl. Meyer, 2007, 147). In Anerkennungsprozessen zur Anerkennung beruflicher Kompetenzen findet unter anderem die „Performanz-Prüfung“ Anwendung (z.B. OSCE-Prüfung). Dort zeigen die Kandidat:innen ihre Kompetenzen in einer Prüfungssituation bzw. in einem Test. Auf Grundlage des gezeigten Verhaltens (der Performanz) wird durch die Prüfenden auf die Kompetenzen der Kandidat:innen geschlossen (vgl. BiBB, 2011, 43).

Verwendete Quellen

BiBB (2011): Kompetenz– und Leistungsfeststellung. In: Zeitschrift des Bundesinstituts für Berufsbildung. Band 40, Heft 5, S. 43-46.

Klemisch, H./ Schlömer, T., & Tenfelde, W. (2008). Wie können Kompetenzen und Kompetenzentwicklung für nachhaltiges Wirtschaften ermittelt und beschrieben werden? In: Bormann, I. & de Haan, G. (Hrsg.). Kompetenzen der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Wiesbaden: Springer VS, S. 103-122.

Meyer, H. (2007). Leitfaden zur Unterrichtsvorbereitung. Berlin: Cornelsen Verlag Scriptor.

Schlömer, T. (2009). Berufliches Handeln und Kompetenzen für nachhaltiges Wirtschaften. München: Hampp.

Schulisches Curriculum Berufsbildende Schulen (SchuCu-BBS) (2019): Leitlinie. Abgerufen am03.11.2022 von https://schucu-bbs.nline.nibis.de/userdata/moderator/201902/201902_Glossar_SchuCu-BBS.pdf

Weiterführende Literatur

Faix, W.G. (2012). Kompetenz. Festschrift. Prof. Dr. John Erpenbeck. Zum 70. Geburtstag. Band 4. Stuttgart: Steinbeis-Edition. 

Dietzen, A./ Tschöpe, T./ Monnier, M. & Srbeny, C. (2016). Berufsspezifische Messung sozialer Kompetenzen auf der Basis eines Situational-Judgment-Tests bei Medizinischen Fachangestellten (CoSMed). In: Beck, K./ Landenberger; M. & Oser, F. (Hrsg.): Technologiebasierte Kompetenzmessung in der beruflichen Bildung. Bielefeld: W. Bertelsmann, S. 225-241.

Chomsky, N. (1968). Language and mind. New York: Hacourt, Brace & World.